Im Sommer 2020 gefallen uns vor allem diese Bücher aus, über und zu Italien:

Neuere Romane

– Den berühmten Titel „Bella Ciao“ hat Raffaella Romagnolo für ihren Roman über die Emigration aus Italien gewählt: über das Weggehen, das Bleiben und das Zurückkommen zweier Frauen. Für eine (ehemalige Fabrikarbeiterin) wurde der amerikanische Traum wahr, während die Zurückgebliebene zwei Weltkriege, das Aufkommen des Faschismus und den Partisanenkampf gegen das Regime im Piemont miterlebt.
– Francesca Melandri hat in „Über Meereshöhe“  geschrieben, die 1979 ihre Angehörigen auf einer italienischen Gefängnisinsel besuchen. Das Buch, in dem es auch um den linksradikalen Sohn eines Professors geht, der wegen bewaffneten Kampfes im Knast sitzt, ist sehr zart, sehr leise, bewegend.
– „Nonna“ von Thomas Padova ist eine Annäherung an seine Großmutter, die ihr Leben lang im apulischen Dorf zurückblieb, während die Männer der Familie in die Welt aufbrachen. Die Gespräche kreisen trotzdem um die großen Themen der Welt wie Leben, Liebe, Arbeit, Armut, Migration…
– Eine herrlich böse Satire über den kleinbürgerlichen und kleindörflichen Faschismus Italiens ist dem sizilianischen Krimiautor Andrea Camilleri mit „Die Inschrift“ gelungen.
– „Vergieß deine Tränen für keinen, der in diesen Straßen lebt“ ist eine rekonstruierte fiktive Familiengeschichte von Patricio Pron, in der es um Faschismus, Partisanenwiderstand und den italienischen Futurismus geht. Die Handlung entspinnt sich auf einem faschistischen Schriftstellerkongress im Piemont
– Der Band „Blaue Blumen zu Allerseelen“ von Santo Piazzese ist einerseits gut geschriebener Krimi, aber darüberhinaus eine aktuelle und kritische Analyse der Mafia, der Schattenökonomie und Gesellschaft Palermos, wodurch das Buch gleichzeitig zu einer Art Investigativ-Reportage wird.