Zum Filmstart von „Transit“ von Christian Petzold empfehlen wir das Buch zum Film – den gleichnamigen Roman „Transit“ von Anna Seghers, an dem sich das Drehbuch orientiert. Die Geschichte eines Deutschen, der im Jahr 1940 vor den Nationalsozialisten nach Frankreich flieht wird im Film im heutigen Marseille dargestellt – dadurch lassen sich Bezüge zu aktuellen Flucht und Migrationsbewegungen herstellen. Das Originalwerk von Anna Seghers entstand unmittelbar nach ihrer eigenen Flucht aus Europa worin sie ihre Erfahrungen in Form dieses Romanes verarbeitet. Mehr Bücher zum Thema empfehlen wir Euch auf dieser Themenseite.

Auch andere haben über ihre Erfahrungen in dieser Zeit geschrieben, so vor allem

  • Lisa Fittko – in ihrem Bericht „Mein Weg über die Pyrenäen“ die als überzeugte Antifaschistin und Fluchthelferin zwischen Marseille und der spanischen Grenze aktiv war. Zusammen mit ihrem Mann Hans Fittko führte sie Flüchtlinge über die Pyrenäen von Banyuls-sur-mer in Frankreich nach Portbou in Spanien. Vor dort aus gab es kurzzeitig die Möglichkeit den Hafen von Lissabon zu erreichen und so Europa zu verlassen. Diese Route wurde später als die F-Route oder als Chemin Walter Benjamin bezeichnet. Walter Benjamin war wohl der einer der bekannteren Menschen dem Lisa Fittko die Flucht ermöglichte, tragischerweise endete diese schon in Portbou durch die Festsetzung durch die spanische Polizei. Walter Benjamin befürchtete an die Gestapo ausgeliefert zu werden und nahm sich das Leben. Lisa Fittko war schon in Berlin als Antifaschistin aktiv, flüchtete vor den Nazis nach Paris und wurde nach dem deutschen Überfall auf Frankreich im Lager Gurs interniert. In ihrem Buch zeigt sie auf, was im antifaschistischen Widerstand immer noch möglich war und getan werden musste. Sie selbst sagt dazu: „Es war das Selbstverständlichste“.
    Lebenslauf von Lisa Fittko im Exil Archiv
  • Weitere Hinweise auf die Tätigkeit von Lisa Fittko finden sich im Bericht von Varian Fry – „Auslieferung auf Verlangen“, der im Auftrag des Emergency Rescue Committee deutschen Künstlern und Schriftstellern die Flucht ermöglichte. Für die Route über die Pyrenäen arbeitet er mit Lisa und Hans Fittko zusammen.
  • Eine weitere Gruppe die Nizza aktiv ist und Flüchtlinge mit gefälschten Papieren über die Pyrenäen nach Spanien bringt wird in „Sixty to go“ von Ruth Lansdhoff-York beschrieben. Dieser Roman erschien schon 1944 in den Vereinigten Staaten.
  • Aus einer eher wissenschaftlichen Perspektive nähert sich Dierk Ludwig Schaaf in „Fluchtpunk Lissabon“ dem Thema der Verfolgten im Vichy-Frankreich und rückt zusammenfassend die Arbeit der Fluchthelfer*innen wie Varian Fry und Lisa und Hans Fittko in den Fokus. Trotz großer persönlicher Risiken bei der illegalen Arbeit konnten so unzählige Menschen vor dem Zugriff der Nazis gerettet werden.

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