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100 Jahre Novemberrevolution 1918/1919

1918 fand der letzte große revolutionäre Versuch in Deutschland statt. Er endete mit der Niederschlagung der KommunistInnen durch eine Koalition der SPD mit den rechtsradikalen Freikorpstruppen. Die tragischen Ereignisse dieser Tage verlangen auch 100 Jahre später noch nach Beschäftigung.

Weipert, Axel: Die Zweite Revolution

Berlin war nicht nur zentraler Ort der Novemberrevolution, sondern auch der wichtigste Schauplatz der „zweiten Revolution“ in den Jahren 1919 und 1920. Auf der Basis intensiver Archivstudien zeichnet Axel Weipert ein facettenreiches Bild der Berliner Rätebewegung. Die Schülerräte, die Räte nach dem Kapp-Lüttwitz-Putsch, die Betriebsrätezentrale und die Rolle der Frauen werden erstmals systematisch untersucht. Ebenso kommen entscheidende Ereignisse detailliert zur Sprache: der Generalstreik im März 1919 und die Kundgebung vor dem Reichstag im Januar 1920, bis heute die blutigste Demonstration der deutschen Geschichte. Die Studie liefert aber nicht nur neues Detailwissen, sondern differenziert unser Bild der Revolutionszeit. Der Rätebewegung gelang es auch in ihrer zweiten Phase, eine Massenbasis zu mobilisieren. Dabei stellte sie Forderungen, die mit ihrem umfassenden sozialistisch-demokratischen Anspruch über die Weimarer
Ordnung hinauswiesen. Die Revolution war also nicht mit den Wahlen Anfang 1919 abgeschlossen. Die Rätebewegung beweist, dass es in der Arbeiterbewegung noch eine reale Alternative jenseits von Sozialdemokratie und Stalinismus gab.

Haffner, Sebastian: Die deutsche Revolution 1918/19

Über kaum einen historischen Vorgang neuerer Zeit herrscht so viel Unklarheit wie über die deutsche Revolution von 1918/19. Hat die sozialdemokratische Führung, die am 9. November 1918 die Regierung übernahm, die Revolution gemacht oder niedergeschlagen? Hat sie Deutschland vor dem Bolschewismus gerettet oder der Reaktion zum Sieg verholfen? Und wenn ja: Ist sie ein Ruhmesblatt oder ein Schandfleck der deutschen Geschichte? Nüchtern und doch mitreißend setzt sich Sebastian Haffner mit markanten Personen und Ereignissen aus Geschichte und Zeitgeschichte auseinander. Haffner, für seine präzisen, scharfsinnigen Analysen und Kommentare zum Zeitgeschehen bekannt, rekonstruiert die Ereignisse vom November 1918 bis zum März 1920 und räumt mit alten Legenden auf: mit der Leugnung des Faktums, dass überhaupt eine Revolution stattgefunden hat, mit der Behauptung, dass die Revolution eine bolschewistische gewesen sei, und schließlich mit der berühmten, bis in unsere Tage überlieferten Dolchstoßlegende.

Lange, Dietmar: Massenstreik und Schießbefehl

Der politische Massenstreik kam in Deutschland zum ersten Mal im Ersten Weltkrieg und in den Revolutionsjahren 1918/19 zum Einsatz. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte er im Berliner Generalstreik vom März 1919 für die Anerkennung der Arbeiterräte. Der Streik mündete in die bis dahin blutigsten Auseinandersetzungen seit der Novemberrevolution. Mit dem Schießbefehlerlass Gustav Noskes wurde dem Terror der Freikorps jede Schranke genommen. Der Einsatz sollte dabei paradigmatisch für die weiteren Massaker der deutschen Gegenrevolution in München und dem Ruhrgebiet stehen.

Knüfken, Hermann: Von Kiel bis Leningrad

„Immer waren es die Matrosen, die vom Norden kamen, sie waren die Träger der Idee der Widersetzlichkeit gegen den deutschen Militarismus, mit ihrem (wenn auch manchmal sinnlosen) Schießen taten sie das einzige und allein Richtige, was zu tun übriggeblieben war, sie zeigten dem deutschen Untertan die Ohnmacht der herrschenden Klasse. Es war der Aufstand der ,vaterlandslosen Gesellen‘, deren Avantgarde die Seeleute waren. Die hatten nichts zu verlieren als ihre Ketten.“

Hermann Knüfken ist »der Prototyp aller politischen Abenteuerer des Jahrhunderts« (Jan Valtin: Tagebuch der Hölle). Vom Kieler Matrosenaufstand 1918 führt sein Weg in verschiedene Länder Europas.

Er wird Emissär der Kommunistischen Internationale und später Chef des Interklubs der Seeleute im Leningrader Hafen. Knüfken beschreibt sein Leben als deutscher Matrose, der an vielen Brennpunkten der Arbeiterbewegung zu finden war. Die stalinistische Umformung der Russischen Revolution durchlebte er bereits 1929 in der Lubjanka.

Frölich, Paul: Im radikalen Lager

1938 schrieb Paul Frölich (1884-1953), Mitbegründer der KPD und erster Herausgeber der Werke Rosa Luxemburgs, einen Erfahrungsbericht seines politischen Lebens in der deutschen Arbeiterbewegung. Der Text wurde im Amsterdamer Institut für Sozialgeschichte hinterlegt und sekretiert, um in Nazideutschland lebende Zeitgenossen nicht zu gefährden.Frölich arbeitete in der SPD, in der Bremer Linken, in der Münchner Räterepublik und 1919-1924 im Vorstand der KPD. Seine Erinnerungen vermitteln ein plastisches Bild der Kämpfe und Möglichkeiten jener enormen Umbruchszeit.

Gietinger: November 1918 – Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts
Ein flammendes Plädoyer dafür, die verpasste soziale Revolution zwischen Kieler Matrosenaufständen und Weimarer Republik dem Vergessen zu entreißen!
100 Jahre nach dem November 1918 spricht man nur noch vom „Kriegsende“, vom „Zusammenbruch des Kaiserreichs“. Dabei war die Novemberrevolution tatsächlich ein Aufbruch, ein Aufbäumen gegen die herrschenden Klassen. Matrosen, Soldaten und Arbeiter waren noch bewaffnet – und sie hatten genug von den alten Eliten, sie wollten das allgemeine Wahlrecht, die Sozialisierung, die Zerschlagung des Militarismus und die Revolution – ein für alle Mal, jetzt oder nie!
Klaus Gietinger ruft in Erinnerung, wie die Führung der SPD und der Gewerkschaften den Krieg hingegen bis zum Schluss unterstützten und die Ordnung durch ein Bündnis mit den Militärs aufrechterhalten wollten.

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